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<title>Heidwinkel</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Heidwinkel</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Heidwinkel</b> ist ein <a href="Wohnplatz" title="Wohnplatz">Wohnplatz</a> (Ortsteil) der Gemeinde <a href="Grasleben" title="Grasleben">Grasleben</a> im <a href="Landkreis_Helmstedt" title="Landkreis Helmstedt">Landkreis Helmstedt</a> in <a href="Niedersachsen" title="Niedersachsen">Niedersachsen</a>. Der Ort liegt im <a href="Naturpark_Elm-Lappwald" title="Naturpark Elm-Lappwald">Naturpark Elm-Lappwald</a>, etwa 2 km nordwestlich von Grasleben auf etwa 120 m über <a href="Normalh%C3%B6hennull" title="Normalhöhennull">NHN</a>. Er hat ca. 70 Einwohner.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zu Beginn des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieges</a> richtete die <a href="Wehrmacht" title="Wehrmacht">Wehrmacht</a> in einem Kali- und Salzbergwerk die <a href="Heeresmunitionsanstalt_Heidwinkel" class="mw-redirect" title="Heeresmunitionsanstalt Heidwinkel">Heeresmunitionsanstalt (Bergwerk) Grasleben</a> ein. Die Firma <a href="European_Salt_Company" title="European Salt Company">European Salt Company</a> fördert seit Beginn der 1950er Jahre wieder Salz aus zwei Schächten. In Ortsnähe wurde ein Gewerbegebiet von 22,8 ha erschlossen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Im April 1912 begann die <i><a href="Steinsalzwerk_Braunschweig-L%C3%BCneburg" title="Steinsalzwerk Braunschweig-Lüneburg">Gewerkschaft Braunschweig-Lüneburg</a></i> mit dem <a href="Abteufen" title="Abteufen">Abteufen</a> des <a href="Schacht_(Bergbau)" title="Schacht (Bergbau)">Schachtes</a> Heidwinkel im Bereich des damals noch unbebauten Wohnplatzes Heidwinkel. Am 1. November 1913 begann die Kaliförderung. Das Rohsalz wurde zunächst mit einer <a href="Materialseilbahn" title="Materialseilbahn">Drahtseilbahn</a> und später mit einer <a href="Schmalspurbahn" title="Schmalspurbahn">Schmalspurbahn</a> zur Fabrik am Schacht Grasleben transportiert. 1922 wurde die Kaliförderung bereits wieder beendet und 1925 die Steinsalzförderung aufgenommen.
</p><p>1936 wurde die Schachtanlage Heidwinkel von der Wehrmacht übernommen und stand von da an nicht mehr zur Steinsalzgewinnung zur Verfügung. In den Grubenräumen sollte übertägig gefertigte <a href="Munition" title="Munition">Munition</a> geschützt eingelagert werden. Dazu wurde ein zweiter Schacht benötigte, um die Munitionsanstalt unabhängig vom Bergwerksbetrieb zu betreiben. Von 1937 bis 1939 wurde der 662 Meter tiefe Schacht Heidwinkel II abgeteuft. 1941 wurde eine <a href="Befahrung" title="Befahrung">Befahrungsanlage</a> mit einem stählernen Fördergerüst aufgestellt. Auf zwei Sohlen wurden insgesamt 72 Einlagerungskammern eingerichtet. Über Tage entstand westlich des ersten Schachtes ein Munitionsfertigungsgelände und östlich davon eine Wohnsiedlung mit vier Mehrfamilienhäusern für die Muna-Arbeiter und deren Familien. Etwa einen Kilometer westlich der beiden Schachtanlagen entstand das Waldlager Heidwinkel, ein Arbeitslager zur Unterbringung weiterer Arbeitskräfte. Im Jahre 1938 wurde der Betrieb der Heeresmunitionsanstalt aufgenommen. Kurz vor Kriegsende wurde das Bergwerk auch zur Einlagerung von Kulturgütern genutzt.
</p><p>Im April 1945 wurde Heidwinkel durch <a href="United_States_Army" title="United States Army">amerikanische Kampftruppen</a> eingenommen und später an die <a href="British_Army" title="British Army">britische Armee</a> übergeben. Ab 1946 zogen Flüchtlinge und <a href="Heimatvertriebener_(Bundesvertriebenengesetz)" title="Heimatvertriebener (Bundesvertriebenengesetz)">Heimatvertriebene</a> aus den <a href="Ostgebiete_des_Deutschen_Reiches" title="Ostgebiete des Deutschen Reiches">deutschen Ostgebieten</a> auch in das Waldlager Heidwinkel, bereits 1946 wurde dort eine <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche" title="Römisch-katholische Kirche">katholische</a> <a href="Kapelle_(Kirchenbau)" title="Kapelle (Kirchenbau)">Kapelle</a> eingerichtet. 1949 wurde die Schachtanlage Heidwinkel I/II vom <a href="Alliierte#Die_Drei_Mächte_bzw._die_Vier_Mächte" title="Alliierte">Alliierten Militär</a> an die Gewerkschaft Braunschweig-Lüneburg zurückgegeben, nachdem die Munitionskammern geräumt und verfüllt worden waren. Noch im selben Jahr wurde die Förderung wieder aufgenommen. 1957 wurden die beiden Heidwinkeler Schachtanlagen sowie die Schachtanlage Grasleben erstmals über eine 2500 Meter lange Verbindungsstrecke durchschlägig.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wirtschaft_und_Infrastruktur">Wirtschaft und Infrastruktur</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bergwerk">Bergwerk</h3></div>
<p>Zum <a href="Steinsalzwerk_Braunschweig-L%C3%BCneburg" title="Steinsalzwerk Braunschweig-Lüneburg">Steinsalzwerk Braunschweig-Lüneburg</a> in Grasleben gehören die beiden Schächte in Heidwinkel, mit den jeweiligen Fördergerüsten und Fördermaschinenhäusern, sowie am Schacht Heidwinkel I auch eine Schachthalle. Der Schacht Heidwinkel II verfügt über eine Notbefahrungseinrichtung. Die beiden Schächte dienen heute der Bewetterung des Bergwerkes Grasleben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Infrastruktur">Infrastruktur</h3></div>
<p>Die einklassige Volksschule, die katholische Kapelle, die Gaststätte, das Lebensmittelgeschäft und das „Ferienzentrum Heidwinkel“ mit dem Campingplatz bestehen nicht mehr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verkehr">Verkehr</h3></div>
<p>Nördlich des Ortes verlaufen die <a href="Kreisstra%C3%9Fe" title="Kreisstraße">Kreisstraße</a> 56 und westlich die <a href="Bundesstra%C3%9Fe_244" title="Bundesstraße 244">Bundesstraße 244</a>. In etwa sieben Kilometern Entfernung befindet sich die <a href="Anschlussstelle_(Autobahn)" title="Anschlussstelle (Autobahn)">Anschlussstelle</a> Helmstedt-West der <a href="Bundesautobahn_2" title="Bundesautobahn 2">Bundesautobahn 2</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Religion">Religion</h2></div>
<p>Da die ab 1946 in Heidwinkel wohnenden Heimatvertriebenen überwiegend katholisch waren, wurde seitens des in Grasleben wohnenden katholischen <a href="Priester_(Christentum)" title="Priester (Christentum)">Priesters</a> in Heidwinkel Gottesdienst und Religionsunterricht abgehalten. Im Sommer 1946 wurde dazu im Wirtschaftsgebäude des Waldlagers Heidwinkel ein 73 m² großer ehemaliger Arbeitsdienstschulungsraum angemietet und in ihm eine Kapelle eingerichtet, die bis mindestens Anfang 1964 bestand. Die <a href="Kirchenglocke" title="Kirchenglocke">Glocke</a> im hölzernen Glockenturm stammte aus Ottendorf im <a href="Landkreis_Sprottau" class="mw-redirect" title="Landkreis Sprottau">Landkreis Sprottau</a> und kam über einen <a href="Glockenfriedhof" title="Glockenfriedhof">Glockenfriedhof</a> in <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a> nach Heidwinkel. Sie wurde 1776 in <a href="Breslau" title="Breslau">Breslau</a> gegossen und war dem <a href="Heiliger" title="Heiliger">heiligen</a> <a href="Jakobus_der_%C3%84ltere" title="Jakobus der Ältere">Jakobus dem Älteren</a> <a href="Glockenweihe" title="Glockenweihe">geweiht</a>. Von 1953 bis 1960 fanden die <a href="Fronleichnam" title="Fronleichnam">Fronleichnamsprozessionen</a> der <a href="Pfarrvikarie" class="mw-redirect" title="Pfarrvikarie">Pfarrvikarie</a> Grasleben in Heidwinkel statt. 1957 wohnten in Heidwinkel bereits 145 Katholiken. Im Dezember 1962 kam die Glocke in die im Vorjahr in Grasleben neu errichtete <a href="St._Norbert_(Grasleben)" title="St. Norbert (Grasleben)">St.-Norbert-Kirche</a>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Heute sind die katholischen und evangelischen Kirchen in Grasleben die nächstgelegenen Kirchen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Persönlichkeiten"><span id="Pers.C3.B6nlichkeiten"></span>Persönlichkeiten</h2></div>
<ul><li><a href="Peter_Miklusz" title="Peter Miklusz">Peter Miklusz</a> (* 1983), deutscher Theater-, Film- und Fernsehschauspieler, lebte von 1990 bis 1994 im ehemaligen Verwaltungsgebäude</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Heinz Pohlendt: <i>Der Landkreis Helmstedt.</i> Bremen-Horn 1957, S. 30, 195, 229, 273</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Heidwinkel?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Heidwinkel</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.regionalverband-braunschweig.de/fileadmin/user_upload/inhalte/50_Seiteninhalte/3_Mobilit%C3%A4t/Nahverkehrsplan/NVP2020_ANSICHT.pdf#page=220"><i>Nahverkehrsplan Region Braunschweig.</i></a> (PDF; 17,5 MB) Einwohnerzahlen. <span style="white-space:nowrap;">S. 220</span>,<span class="Abrufdatum"> abgerufen im September 2025</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AHeidwinkel&rft.title=Nahverkehrsplan+Region+Braunschweig&rft.description=Nahverkehrsplan+Region+Braunschweig&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.regionalverband-braunschweig.de%2Ffileadmin%2Fuser_upload%2Finhalte%2F50_Seiteninhalte%2F3_Mobilit%25C3%25A4t%2FNahverkehrsplan%2FNVP2020_ANSICHT.pdf%23page%3D220"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes und Helma Paus: <i>Chronik der Katholischen Kirchen-Gemeinde St. Norbert, Grasleben.</i> Grasleben 1986.</span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">52.316249</span><span class="longitude">10.986309</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:52.316249,10.986309"><span title="Breitengrad">52° 18′ 58,5″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">10° 59′ 10,7″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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